Sommer bedeutet Sonne, Meer und mehr Zeit draußen. Aber wenn du schwanger bist, stillst oder ein Baby hast, ist große Hitze nicht nur unangenehm. Sie kann auch das Risiko für Dehydrierung, Überhitzung und andere gesundheitliche Probleme erhöhen.
Die meisten gesunden Erwachsenen können den Flüssigkeitsverlust gut ausgleichen. Schwangere, Stillende und Babys reagieren jedoch viel empfindlicher auf Hitze. Es geht nicht darum, vorsichtshalber möglichst viel Wasser zu trinken. Wichtig ist, die Signale deines Körpers rechtzeitig zu erkennen.
In diesem Artikel erfährst du, wie sich Sommerhitze auf die Schwangerschaft, das Stillen und Babys auswirkt. Du lernst, erste Anzeichen einer Dehydrierung zu erkennen und was du tun kannst, um dich und dein Kind zu schützen.
Warum ist Hitze in der Schwangerschaft anstrengender?
Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper. Diese Veränderungen helfen dem Baby beim Wachsen und bei der Entwicklung. Gleichzeitig fällt es dem Körper schwerer, hohe Temperaturen auszuhalten. Das Blutvolumen nimmt zu. Das Herz arbeitet schneller. Der Körper braucht mehr Sauerstoff und muss mehr leisten, um die normale Körpertemperatur zu halten. Außerdem muss die Plazenta gut mit Blut versorgt werden.
Bei Hitze kühlt sich der Körper durch Schwitzen ab. Dabei verliert er nicht nur Wärme, sondern auch Wasser und wichtige Mineralstoffe (Elektrolyte). Studien zeigen, dass eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr in der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko verbunden ist für:
- Ein geringeres Blutvolumen
- Eine schlechtere Durchblutung der Plazenta
- Schwindel und Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Probleme bei de Regulierung der Körpertemperatur
- Komplikationen bei starker oder länger anhaltender Dehydrierung
Das bedeutet nicht, dass ein Glas Wasser weniger deiner Schwangerschaft schadet. Wenn du an heißen Tagen aber regelmäßig zu wenig trinkst, wird dein Körper das deutlich merken.
Was passiert bei einer Dehydrierung?
Wasser ist für fast alle Vorgänge im Körper wichtig. Es hilft, die Körpertemperatur zu regulieren. Es transportiert Nährstoffe, unterstützt die Durchblutung, die Arbeit der Nieren und die Bildung des Fruchtwassers. Fehlt dem Körper Wasser, versucht er, Flüssigkeit zu sparen. Dann:
- Musst du seltener zur Toilette
- Wird der Urin dunkler
- Hast du mehr Durst
- schlägt dein Herz schneller
Wenn der Flüssigkeitsverlust anhält, können starker Durst, ein trockener Mund, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schwäche und ein Gefühl von Überhitzung auftreten.
Das Problem ist, dass viele dieser Beschwerden auch in der Schwangerschaft häufig vorkommen. Deshalb bleibt eine Dehydrierung oft unbemerkt.
Wie viel Wasser sollte man in der Schwangerschaft trinken?
Es gibt keine Wassermenge, die für jede Schwangere passt. Der Bedarf hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom Körpergewicht, der Schwangerschaftswoche, der Außentemperatur, der Ernährung, der körperlichen Aktivität und davon, wie viel du schwitzt.
Wir wissen aber, dass viele Schwangere – besonders im Sommer – zu wenig trinken. Warte deshalb nicht, bis du Durst hast. Durst ist oft schon ein Zeichen dafür, dass deinem Körper Flüssigkeit fehlt. Diese Zeichen sprechen dafür, dass du ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst:
- hellgelber Urin
- regelmäßiges Wasserlassen
- kein starker Durst
- ein gutes allgemeines Wohlbefinden
Kann Dehydration die Schwangerschaft beeinflussen?
Immer mehr Studien zeigen, dass eine gute Flüssigkeitszufuhr für eine gesunde Schwangerschaft wichtig ist. Zu wenig Flüssigkeit kann das Risiko für Probleme in der Schwangerschaft erhöhen. Dabei spielen aber immer mehrere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Ernährung, der Gesundgheitszustand und die medizinische Versorgung.
Sicher ist: Ausreichend zu trinken hilft, das normale Blutvolumen zu erhalten. Es unterstützt die Nieren, hilft dabei, die Körpertemperatur zu regulieren, und sorgt für eine gute Durchblutung zwischen Mutter und Plazenta. An heißen Sommertagen ist das besonders wichtig, weil du durch das Schwitzen mehr Flüssigkeit verlierst.
Stillen im Sommer: Musst du mehr Wasser trinken?
Vielleicht hast du schon einmal gehört: „Trink ganz viel Wasser, dann hast du mehr Milch.“ Das klingt logisch, stimmt abr nicht ganz.
Genug zu trinken ist wichtig für deine Gesundheit. Es gibt aber keine Beweise dafür, dass sehr große Mengen Wasser die Milchproduktion erhöhen. Wie viel Milch dein Körper bildet, hängt vor allem davon ab, wie oft und wie gut dein Baby an der Brust trinkt. Auch die Hormone, die das Stillen steuern, spielen eine wichtige Rolle.
Du musst dich also nicht zwingen, drei Liter Wasser zu trinken, nur weil es dir jemand geraten hat.
Anders sieht es bei einer ängeren Dehydration aus. Sie kann zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel führen und den Alltag mit deinem Baby noch anstrengender machen.
Warum hast du während der Stillzeit öfter Durst?
Muttermilch besteht zu etwa 87% aus Wasser. Deshalb ist es ganz normal, dass du während der Stillzeit mehr Durst hast. Das bedeutet nicht, dass etwas nicht stimmt. Es ist einfach das Zeichen deines Körpers, dass du die verlorene Flüssigkeit ersetzen solltest.
Wasser bleibt die beste Wahl. Einen Teil der Flüssigkeit kannst du auch über Milch, Joghurt, Suppen sowie wasserreiches Obst und Gemüse aufnehmen.
Wie viel Wasser sollte eine stillende Mutter trinken?
Es gibt keine feste Menge, die für jede Mutter passt. Wie viel du brauchst, hängt von verschiedenen Dingen ab:
- der Außentemperatur
- wie viel du schwitzt
- deiner körperlichen Aktivität
- deiner Ernährung
- wie oft du stillst
- deinem allgemeinen Gesundheitszustand
Anstatt Gläser zu zählen, höre auf deinen Körper. Trinke, wenn du Durst hast. An sehr heißen Tagen solltest du öfter Wasser trinken. Stelle dir beim Stillen eine Wasserflasche in Reichweite und achte auf die Farbe deines Urins. Ist er hellgelb, bist du warscheinlich gut mit Flüssigkeit versorgt.
Stillen bei Sommerhitze
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Baby im Sommer ständig an die Brust möchte, täuschst du dich nicht. Bei Hitze trinken Babys oft kürzer, aber häufiger.
So nehmen sie nicht nur Nahrung, sondern auch Flüssigkeit auf. Muttermilch ist gleichzeitig Nahrung und Getränk. Ist dein Baby jünger als sechs Monate, wird ausschließlich gestillt und entwickelt sich gut, braucht es auch bei großer Hitze kein zusätzliches Wasser. Muttermilch deckt seinen Flüssigkeitsbedarf vollständig. Ab dem sechsten Monat wird mit der Beikost nach und nach auch Wasser angeboten. Das muss nicht sofort passieren. Das bedeutet aber nicht, dass Wasser jetzt das wichtigste Getränk ist. Muttermilch oder Säuglingsnahrung bleiben im ersten Lebensjahr die wichtigste Flüssigkeitsquelle. Wasser ist nur eine Ergänzung.
An heißen Sommertagen kannst du einem Baby ab sechs Monaten öfter kleine Mengen Wasser anbieten – ohne Druck. Zum Beispiel mit einem Strohhalm, einem Löffel oder aus einem offenen Becher. Wenn dein Baby das Wasser nicht möchte, ist das kein Grund zur Sorge. Versuche es später noch einmal. Stille weiterhin nach Bedarf, denn viele Babys möchten bei Hitze häufiger an die Brust, weil sie mehr Flüssigkeit brauchen.
Sommerhitze ist kein Grund zur Angst. Sie ist aber ein guter Grund, noch mehr auf deinen Körper zu hören. Während der Schwangerschaft, der Stillzeit und in den ersten Lebensomnaten deines Babys braucht dein Körper mehr Flüssigkeit als sonst. Gleichzeitig werden die ersten Anzeichen einer Dehydration leicht übersehen.
Du musst nich ständig zählen, wie viele Gläser Wasser du getrunken hast. Und du musst auch nicht mehr trinken, als sich für dich gut anfühlt. Warte aber auch nicht, bis Schwindel, starke Müdigkeit oder großer Durst auftreten. Dann zeigt dir dein Körper bereits, dass ihm Flüssigkeit fehlt.
Regelmäßig zu trinken, sich während der größten Hitze im Schatten aufzuhalten und die ersten Anzeichen einer Dehydration zu erkennen, sind einfache Gewohnheiten. Sie können viel für deine Gesundheit und die Gesundheit deines Babys tun.
Und zum Schluss noch das Wichtigste: Das Ziel ist nicht, den Sommer einfach nur zu überstehen. Das Ziel ist, ihn sicher zu genießen, dich wohlzufühlen und die vielen schönen kleinen Momente mit deinem Baby unbeschwert zu erleben – ohne dass Dehydration dir den Sommer verdirbt.
